Der Gründer der CV-Afrika-Hilfe, Pfarrer Edmund Dillinger, war von 1970 bis 1982 Bundesseelsorger des katholischen Studenten- und Akademierverbandes CV. Bis 1999 war er im staatlichen Schuldienst (Gymnasium).

Seit Dezember 1999 ist er im deutschen Pilgerzentrum zu Rom (Via della Conciliazione 51) in der Seelsorge beschäftigt.

Im "Heiligen Jahr" 2000 lud er die "Bruderschaft der Hl. Apostel Petrus und Paulus", deren Präfekt er ist, zur Jubiläumswallfahrt nach Rom ein. Bei diesem Anlaß wurde eine Audienz beim Heiligen Vater auf dem Petersplatz gewährt, wobei neben stehendes Photo entstanden ist.

 

Pfarrer Edmund Dillinger, inzwischen Ehrendomherr der Kathedrale von Mbalmayo, wurde am 2. August 1935 in Friedrichsthal/Saar geboren. Sein Vater war Lehrer und gab auch Religionsunterricht. "Das streng religiöse Elternhaus hat mich geprägt", sagt Pfarrer Dillinger in einem Interview.

1955 legte er sein Abitur ab, studierte an den Universitäten München und Trier Theologie, mit dem Schwerpunkt Kirchenrecht (Diplomarbeit). Am 18. März 1961 wurde er im Dom zu Trier von Bischof Matthias Wehr zum Priester geweiht.

Nach seiner Kaplanszeit begann er das Studium der Geschichte und Sozialwissenschaften an der Universität Köln. Seit 1966 war er ununterbrochen im staatlichen Schuldienst tätig. Die letzten 20 Jahre am Max-Planck-Gymnasium zu Saarlouis.

Von 1974 bis 1978 war er außerdem Dozent für Religionspädagogik in Köln. Seine Missionsbegeisterung erwachte 1970 während eines Besuches in Kamerun. Viele Jahre zuvor hatte er bei der Heilig-Rock-Wallfahrt in Trier einen schwarzen Priester kennengelernt: "Da habe ich zum ersten Mal einem schwarzen Menschen die Hand gedrückt.".

1963 traf Pfarrer Dillinger während des 2. Vatikanischen Konzils diesen Priester - er war aus Kamerun - auf dem Petersplatz in Rom wieder. Er trug nun eine violette Soutane, denn er war inzwischen Bischof geworden. Er lud Pfarrer Dillinger zu einem Besuch in seinem Bistum in Kamerun ein. Diese Reise konnte 1970 angetreten werden. Die Fahrt vom Flughafen Douala am Atlantischen Ozean bis zur Bischofsstadt Sangmélima im Zentralsüden wurde unvorhergesehen schwierig: Nach den ungezählten Schlaglöchern in der Piste fuhr das Buschtaxi am Abend nicht mehr weiter. Da es keine Übernachtungsmöglichkeit gab, wollte Pfarrer Dillinger die Nacht im Straßengraben verbringen. In der Dämmerung hielt ein Kleinwagen an, der Fahrer fragte ihn, was er denn hier vorhabe. "Ich warte auf den Morgen und fahre dann weiter nach Sangmélima" (noch 120 km), antwortete Pfarrer Dillinger. In diesem Augenblick wußte er weder den Namen des Ortes, noch die genaue geographische Lage. Der Kameruner sagte: "Sie sehen doch aus wie ein Priester, gehen Sie doch zur Missionsstation.". Er lud mich mit meinem Gepäck in seinen Wagen und fuhr mich zur Missionsstation am Stadtrand. Jetzt erst erfuhr ich den Namen des Ortes: es war Mbalmayo.

Auf der Missionsstation traf ich zu meiner großen Freude drei Priester aus dem Elsaß, aus der Nähe meiner Heimat. Der Fahrer war verschwunden und ich habe ihn auch nicht mehr getroffen. Ich möchte keineswegs spekulieren, wer dieser Schutzengel war. Denn hier wurde der Anfang zu unserer Hilfsaktion gelegt.


(Leprastation in ihrem vorgefundenen erbärmlichen Zustand)

Nach den langen freundlichen Gesprächen mit den Missionaren am Abend wurde ich am nächsten Morgen sofort dem Bischof vorgestellt: Es war die in ganz Afrika bekannte Persönlichkeit Monsignore Paul Etoga, der erste schwarze Bischof des gesamten frankophonen Afrika. Der Bischof führte seinen Besucher auf eine Leprastation im Waldgebiet außerhalb der Stadt. "Der Anblick dieser Leprastation war der Schock meines Lebens", sagt Pfarrer Dillinger, "denn hier lagen Kranke mit offenen eiternden Wunden auf dem Boden in Staub und Dreck, überall Fliegen und Ungeziefer. Mein erster Gedanke war... hier müssen wir helfen."

Nach Deutschland zurückgekehrt sprach der Studenten- und Akademierseelsorger bei allen Predigten, Vorträgen und Konferenzen von diesem erschütterndem Erlebnis in Kamerun, und bald wurde der Entschluß gefaßt, umfassende Hilfsleistungen zu organisieren. Es wurde der Verein CV-AFRIKA-HILFE gegründet, beim Amtsgericht eingetragen und vom Finanzamt als mildtätigen Zwecken dienend anerkannt. Um die Verbundenheit mit der katholischen Kirche zu dokumentieren, wurde als erster Protektor des Vereins Kardinal Franz Hengsbach (Essen) ernannt; nach dessen Tod übernahm Weihbischof Dr. Klaus Dick (Köln) dieses Amt.